Rektor a.D.

Geschäftsführer der SANOSON GmbH

Präsident der I.M.A.R.A.A.

Email: info(at)roland-haas.com

 
Dr. Roland Haas

Home
Akademische und künstlerische Laufbahn
Publikationen
Interessen und Aktivitäten
Gallery
Impressum - Kontakt

 

Rede vor der Preisverleihung beim
8. Mozartwettbewerb in Salzburg 2006

   
     

Meine sehr geehrten Damen und Herrn, verehrtes Publikum der MOZARTWOCHE Salzburg

Ein junger Mann hat sich vor 265 Jahren von Augsburg nach Salzburg aufgemacht, um hier an der Universität der Benediktiner Philosophie zu studieren. Ästhetik – so würden wir heute sagen.

Er war auch Violinist und bekam - vermutlich zum Studierende – in Salzburg ein Anstellung als Musiker und Kammerdiener. Zehn Jahre später heiratet er die siebenundzwanzigjährige Anna Maria Pertl aus St. Gilgen.


Neun Jahre später kommt das siebente Kind beider auf die Welt und überlebt neben der fünf Jahre älteren Schwester: die Eltern taufen es auf den Namen Johannes Chrysostomus Wolfgang Theophilus.
Im gleichen Jahr 1756 gibt der Vater – Leopold Mozart - seine Violinschule in Salzburg heraus, die für die kommenden Jahrzehnte seinen eigenständigen, beachtlichen Ruf als Musiklehrer begründen wird.

Wir sind heute am Vorabend des Geburtstages jenes Wolfgang Amadeus Mozart, der als Sohn der Stadt Salzburg zählt und dessen Namen auch unser 8. Internationaler Mozart – Wettbewerb trägt.
Mozart verlässt aber – inzwischen selber angestellter Musiker beim Fürsterzbischof von Salzburg – im Jahr 1781 den Dienst und bleibt fortan in Wien - „ für mein Metier der beste Ort der Welt“.

In Salzburg besinnt man sich knapp sechzig Jahre später – Mozart ist schon lange verstorben, doch seine Witwe lebt in Salzburg – des „Wiener Musikers“. Man beginnt unter seinem Namen und seinem jetzt errichteten Denkmal das Musikleben in Salzburg von bürgerlicher Seite aus neu aufzubauen. Es entstehen eine Musikschule und zwanzig Jahre später ein Trägerverein, die beide heute als Universität Mozarteum und als Internationale Stiftung Mozarteum weltbekannt sind.

Auch die Stadt Salzburg wird nach und nach, vor allem durch die Festspiele, hier das folgenreiche Wirken des Mozarteum-Schulleiters Prof. Hans Paumgartner, des Salzburger Dirigenten Herbert von Karajan, zuvor Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt, weltbekannt.

Die kleine Stadt Salzburg am Rand der Alpen erwirbt sich also neben Berlin, New York, Paris, London und Wien den Welt-Ruf einer Musikstadt.

Mozartgemeinden entstehen in aller Welt. Studierende aus aller Welt kommen nach Salzburg.
Einhundertsechzig Jahre bürgerschaftliches Engagement und vorausschauende Kulturpolitik haben dies aus Salzburg gemacht: eine der bekanntesten Musikorte der Welt.

In diesem Erbe stehen wir. Es ist die Verbindung aus künstlerischer Gestaltungskraft und dem Bürgerwillen, dafür in dieser Stadt Mittel und Raum zu schaffen.

Meine Damen und Herren, heute sind wir hier, um die Preisträger des 8. Internationalen Mozartwettbewerbs zu hören.

Der Internationale Mozartwettbewerb hat 25 Jurymitglieder für zwei Wochen nach Salzburg gebracht. Sie tragen als Künstler, Theaterleiter, Lehrende oder Stiftungsvertreter ihre Eindrücke von der Musikstadt Salzburg an Kulturschaltpunkte ihrer Länder zurück: nach Russland, Portugal, Frankreich, Japan, Italien, Spanien, Canada, USA, Ungarn, Bulgarien und Deutschland.

Der Wettbewerb trägt auch seit 20 Jahren an die Hochschulen Welt, in die internationalen Musikzeitschriften und an die Kulturschaltstellen die musikalische Kompetenz dieser Stadt.

So auch diesmal wieder zwei Jahre im Voraus die Botschaft an die künstlerische Welt: dass man sich hier in Salzburg 2002 erneut versammelt, um die besten jungen Sänger und Sängerinnen, Pianistinnen und Pianisten, Geigerinnen und Geiger für die Mozartinterpretation zu finden, ebenso junge Komponistinnen und Komponisten, die sich mit dem Werk Mozarts auseinandersetzen.

142 junge Interpretinnen und Interpreten aus 31 Nationen sind für 2 Wochen nach Salzburg gekommen. Sie vertrauen der Bedeutung dieses Rufs. Sie kommen, um sich hier zu zeigen und zu messen. Sie kommen als junge Künstler oft erstmals in die Musikstadt Salzburg.

Sie sind sämtlich erhebliche musikalische Begabungen und werden künftig als Künstler ihre Eindrücke von der Musikstadt Salzburg weiter in die Welt hinaus tragen. Sie haben sich zudem einem Werk gestellt, das sich inzwischen mit dieser Stadt verbindet, und heute als ein besonderes neben den Standartanforderungen für das Repertoire internationaler Wettbewerbe steht.

Diese Leistung des Internationalen MOZART Wettbewerbs dient also gleichermassen der Mozartpflege weltweit - wie auch dem Ruf Salzburgs als lebendige Musikstadt. Dafür nehmen wir als Universität Mozarteum Anstrengungen und Leistungen auf uns, die auch für Stadt und Land von weitreichender Bedeutung sind.

Wir wissen natürlich alle, dass der Umsatz, den man mit der Mozartkugel in Österreich erzielt, weit die Einnahmen übersteigt, die Theater- und Konzertsäle mit Mozartwerken einspielen.

Doch wir wissen auch, dass ohne Mozart und die Musik und ohne die Pflege und Förderung der Kunst hier nichts von alledem wäre, wovon die Stadt und das Land heute im Ruf und Einkommen besonders leben.
Wir danken es einem Komponisten und Klaviervirtuosen der vor kapp 250 Jahren hier geboren wurde. Wir danken Salzburg, so schrieb mir mein Gast, der Vizerektor des Chinesischen Konservatoriums in Peking, gestern ins Gästebuch der Universität, den Weltkünstler Wolfgang Amadeus Mozart.

Aber wir danken es ebenso der Hingabe vieler Künstler an sein Werk. Wir danken es auch der vielfachen Einsicht, der Liebe und der tatkräftigen Unterstützung vieler, dass wir die Künste, insbesondere die Musik, als eine wirkliche Lebenskraft unseres menschlichen Daseins empfinden.

In diesem Sinne, verehrte Anwesende, möchte ich als Rektor der Universität und als Präsident des Zentralausschusses des Wettbewerbs Sie als Publikum dieses Preisträgerkonzerts herzlich begrüssen.

( Der 9. Internationale Mozart Wettbewerb wird auf Veranlassung von Dr. Roland Haas erneut im August 2006, also während der Zeit der Internationalen Festspiele, in Salzburg ausgertagen, seine Abschlussveranstaltung ist Teil der Festspiele. Damit debuttieren die Preiseträger zugleich und erstmals in einem Konzert der Internationalen Salzburger Festspiele.)